Kieferknochenaufbau
Mittwoch, 27. Juli 2011In der Zahnmedizin gibt es verschiedene Aspekte weshalb ein Kieferknochenaufbau erforderlich sein kann. Ob Parodontitis, altersbedingt, Krankheiten wie etwa Diabetes oder Unfälle, durch diese und weiter Faktoren kann Zahnverlust eintreten. Bei der Rekonstruktion eines fehlenden Zahnes bewährt sich seit einigen Jahren ein Zahnimplantat. Es sieht ästhetisch aus, ist funktional und ist fast nicht vom echten Zahn zu unterscheiden.
Doch nicht immer können Zahnimplantate eingesetzt werden. Manchmal fehlt die hierzu nötige Knochenmasse und das Implantat hat keinen optimalen Halt. Mittlerweile gibt es jedoch die Möglichkeit, den Kieferknochen aufzubauen. Hierzu wird meist künstliches oder körpereigenes Ersatzgewebe verwendet.
Zudem gibt es aber auch die Möglichkeit des Knochendehnungsverfahrens. Hierbei kann ohne zusätzliches Gewebe ein Kieferknochen gebildet werden. Diese Methode wird als Distraktionsosteogenese oder auch Distraktion bezeichnet. Diese Methode ist in der Orthopädie schon seit 30 Jahren bewährt. Weshalb jetzt auch die Zahnmedizin diese Dehnungsapparatur für sich entdeckt hat. Der Vorteil der Knochendehnung liegt darin, dass nicht nur der Knochen expandiert sondern auch das Weichgewebe. So muss der Arzt keine Knochenentnahme aus einer anderen Körperregion mehr vornehmen.
Bei der Distraktion trennt der Zahnarzt zunächst ein Knochenstück vom übrigen Kiefer ab und verbindet beide Teile mit dem Distraktor, eine Spezialschraube, die den ortsständigen und losgelösten Knochen zusammenhält. Das Verfahren macht sich das Potential des Knochens zur Bruchheilung zunutze. In dem so entstandenen Spalt kann sich innerhalb einer Woche ein elastischer Ausgangspunkt für den neuen Knochen bilden. Der Distraktor erlaubt das schrittweise Anheben des losgelösten Knochenteils, wozu der Patient mit dem Aktivierungsschlüssel den Distraktor täglich circa einen Millimeter auseinander ziehen muss. Der Vorgang ist für den Patienten absolut schmerzfrei. Nach dem Erreichen der vorher geplanten Knochenhöhe, verbleibt dieser Dehnungsmechanismus noch für etwa vier bis sechs Wochen zur Stabilisierung in seiner Position.
Im selben Eingriff bei dem der Zahnarzt diese Konstruktion entfernt, setzt er das Implantat. Gerade bei großen Knochendefekten ist diese Methode besonders geeignet. Ohne zusätzliches Gewebe erhöht sich das Knochenvolumen sowie auch umliegendes Weichgewebe. Eine aufwendige Transplantatgewinnung entfällt und mit dieser auch der Volumenverlust, welcher gerade nach der Transplantation immer auftritt. Durch das dehnen eines vitalen Knochens, ist das Infektionsrisiko sehr gering. Das gedehnte Knochengewebe ermöglicht dem Zahnimplantat einen festen Halt und garantiert ein funktionelles und vor allem auch ästhetisch perfektes Gebiss.